Widerstand gegen Südafrika

Ruf nach Unabhängigkeit wird lauter

In den 50er Jahren wurde der Ruf nach Unabhängigkeit lauter. Mehrere Organisationen wurden gegründet, unter anderem 1959 die Ovamboland People´s Organisation (OPO), die zuerst als Gewerkschaft für Kontraktarbeiter diente. Gründungsmitglied war der erste Präsident Namibias nach dessen Unabhängigkeit Sam Nujoma. Wegen seiner politischen Aktivitäten wurde er von seinem Arbeitgeber, der South African Railways, entlassen. Nujoma organisierte Streiks und Demonstrationen gegen die von Südafrika eingeführten Apartheid-Gesetze.

Ende 1959 beging die südafrikanische Polizei ein Massaker: Ohne Vorwarnung wurde auf eine friedliche Demonstration gegen die Umsielung von Schwarzen in Townships gefeuert. Diese Demonstration wurde von Frauen angeführt, 13 Menschen starben und 52 wurden verletzt. Dadurch erhielt der Kampf nach Unabhängigkeit neuen Nährboden. Heute noch wird am Namibian Women´s Day diesem Massaker gedacht.

Die OPO ändert ihren Namen in SWAPO

1960 änderte die OPO ihren Namen in SWAPO (South West African People´s Organization). Sam Nujoma, der mit anderen Mitstreitern mittlerweile ins Exil gehen musste, wurde zum Präsident gewählt. Die SWAPO hatte neben der Unabhängigkeit Namibias u.a. auch die Ziele, die Apartheit und das System der Kontraktarbeit abzuschaffen. Die Härte der südafrikanischen Regierung zeigte, dass die Unabhängigkeit des Landes kaum mit friedlichen Mitteln erreicht werden konnte. In den darauffolgenden Jahren verließen Hunderte von Sympathisanten Namibia, um Vorbereitungen für einen bewaffneten Kampf zu treffen.

1964 wurde der Odendaal-Plan realisiert und zehn Homelands nach südafrikanischen Vorbild eingerichtet. Die UNO entzog daraufhin Südafrika das Mandat für die Verwaltung Namibias. Südafrika wurde aufgefordert, sich aus dem Land zurückzuziehen und es der Kontrolle der UNO zu übergeben. Südafrika ignorierte die Forderungen der UNO. Die SWAPO rief alle Namibier auf, den bewaffneten Kampf gegen die Unterdrückung zu beginnen. Viele SWAPO-Anhänger wurden verhaftet oder ins Exil getrieben.

Der 26. August 1966 ging als "Namibia-Tag" in die Geschichte ein, als es bei Omgulumubashe zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften kam. Südafrika rief in diesem Gebiet den Notstand aus. Daraufhin startete die SWAPO den bewaffneten Kampf gegen Südafrika. Schauplatz der ersten Kämpfe war vorallem das Ovamboland. Die Freiheitskämpfer nahmen Polizeipatrouillen und Regierungsgebäude ins Visier. Die Angriffe erfolgten zumeist von Rückzugsbasen im benachbarten Angola aus.

Die UNO fordert Südafrika zum Rückzug auf