Die UNO fordert Südafrika zum Rückzug auf

Der Internationale Gerichtshof bestätigt Verantwortlichkeit der UNO

Der UNO-Sicherheitsrat forderte 1969 Südafrika auf, sich aus Namibia zurückzuziehen. Auch der Internationale Gerichtshof bestätigte 1971, dass die UNO politisch für Namibia verantwortlich wäre und forderte Südafrika zum Rückzug auf. Südafrika ignorierte diese Beschlüsse. Ein Generalstreik in Namibia legte Ende 1971 fast die gesamte Wirtschaft des Landes lahm. Südafrika verhaftete die Streikführer, im Norden des Landes wurde der Ausnahmezustand verhängt. Viele Kontraktarbeiter, darunter viele Ovambos, gingen in den Norden um sich dem bewaffneten Kampf gegen Südafrika anzuschließen.

Die UNO drang 1972 weiter darauf Südafrika zum Rückzug zu bewegen. Stattdessen verschärfte Südafrika seine diskriminierende Politik noch. Südafrika wollte den Kavangos und Ovambos eine gewissen Selbstverwaltungsstatus aufdrängen, um somit die Forderungen der UNO zu untergraben. Die SWAPO rief erfolgreich zu einem Wahlboykott auf. Als Reaktion darauf wurden SWAPO-Führer und -Anhänger verhaftet oder öffentlich verprügelt. Im ganzen Land kam es weiterhin zu Demonstrationen, die Zahl der SWAPO-Kämpfer stieg ständig. Südafrika mobilisierte weitere Truppen und sandte diese nach Namibia.

1973 gründete die SWAPO die PLAN (People´s Liberation Army of Namibia) und organisierte ihre Freiheitskämpfer darin. Im Dezember 1973 erkannte die UNO die SWAPO als "authentische Repräsentation des Namibischen Volkes" an und erteilt ihr einen UNO-Beobachterstatus.

Angola wird unabhängig von Portugal

1975 endete die portugiesische Kolonialherrschaft im benachbarten Angola. Südafrika verstärkte daraufhin seine Truppen an der Grenze zu Angola. Die PLAN hatte nun verstärkt die Möglichkeit, von Angola aus zu operieren.

Die UNO forderte Südafrika auf bis spätestens Mai 1975 eine Termin für einen Rückzug aus Namibia bekanntzugeben. Südafrika ignorierte die Forderung der UNO. Ende 1975 drang Südafrika auf angolanisches Territorium vor und dezimierte größere Verbände der namibischen Freiheitskämpfer. Doch dieser Erfolg währte nicht lange, da angolanische Freiheitskämpfer mit ins Geschehen eingriffen. Südafrika befürchtete einen Zweifrontenkrieg und zog sich aus Angola zurück. Südafrika hatte mittlerweile den letzten Kredit bei der UNO verspielt, da der Einmarsch in Angola eine unmittelbare Verletzung des UNO-Mandats darstellte, welches untersagte, Namibia als Aufmarschgebiet zu benutzen.

Der Unabhängigkeitskampf erhielt neue Stärkung, als sich 1976 mehrere konservative Führer und Gruppen im Zentrum und im Süden des Landes der SWAPO anschlossen.

Die Turnhallenkonferenz