Namibia wird unabhängig

Kämpfe mit Südafrika verschärfen sich

Die Kämpfe verschärften sich, ins Land drangen größere PLAN-Gruppen ein. Südafrika verschärfte die Gegenmaßnahmen, PLAN hatte große Verluste zu beklagen. Bei Cuito Cuanavale in Angola erlitten die südafrikanischen Truppen dennoch eine empfindliche Niederlage.

1988 forderte Angola seinerseits, dass vor einem Abzug der kubanischen Truppen zuerst die Unabhängigkeit Namibias umgesetzt werden müsste. Nach anfänglichem Zögern erklärten sich die kriegsmüden Südafrikaner zu Gesprächen mit Angola und Kuba und den USA als Vermittlern bereit. Die UdSSR, die die SWAPO unterstützte, vermittelte im Hintergrund.

Nach einigen Verhandlungen kamen die Verhandlungsparteien zu dem Ergebnis, dass die UNO-Resolution 435 am 1. November 1988 in Kraft treten sollte. Angola, Kuba und Südafrika unterzeichneten einen Waffenstillstand, Südafrika begann seine Truppen aus Angola abzuziehen. Eine Woche nach den Wahlen im November 1989 war der Abzug der südafrikanischen Armee aus Namibia vollständig abgeschlossen. Eine von der UNO eingesetzte Militärkommission (UNTAG) überwachte den Rückzug.

Eine Amnestie ermöglichte 42.000 Exilanten und Flüchtlingen im Juni 1989 die Rückkehr nach Namibia, darunter auch Sam Nujoma.

Bei den Wahlen im November 1989, die in ruhigen Bahnen verlief, erhielt die SWAPO die absolute Mehrheit, Sam Nujoma wurde zum Präsidenten nominiert. Ende 1989 wurde von den gewählten Parteien Vorschläge für eine Verfassung eingebracht, im Januar 1990 wurde der 21. März 1990 als Tag der Unabhängigkeit festgelegt, Sam Nujoma wurde zum ersten Präsidenten Namibias gewählt. Im Februar 1990 wurde eine demokratische Verfassung beschlossen.

Am 20. März 1990 wird Namibia unabhängig

Um Mitternacht am 20. März 1990 wurde Namibia unabhängig. Tausende Namibier verfolgten im Stadion von Windhoek den feierlichen Amtseid von Sam Nujoma, den er gegenüber dem UNO-Generalsekretär Perez de Cuellar leistete.

Um auch wirtschaftlich die Unabhängigkeit von Südafrika zu erlangen, führte Namibia 1993 mit dem Namibian Dollar eine eigene Währung ein, der für eine Übergangszeit an den Rand gekoppelt bleiben sollte.

1994 gab Südafrika die Enklave Walvis Bay an Namibia zurück. Damit verfügte das Land ab sofort über einen wirtschaftlich bedeutenden eigenen Hochseehafen. 1994 fanden die zweiten Wahlen Namibias statt, die SWAPO behielt ihre absolute Mehrheit, Sam Nujoma wurde im Amt bestätigt.