Die Turnhallenkonferenz

Ein von Südafrika autorisiertes Gremium erarbeitet einen Verfassungsentwurf

Bereits 1975 arbeitete in der sogenannten "Turnhallenkonferenz" ein von Südafrika autorisiertes Gremium an einem Verfassungsentwurf. Dieser Gruppe unter der Leitung von Dirk Mudge gehörten Vertreter der zwölf ethnischen Gruppen an. Politische Parteien wie die SWAPO waren nicht zugelassen. Das Resultat der Konferenz war 1977 ein Verfassungsentwurf und das Anstreben des 31. Dezember 1978 als Datum für die Unabhängigkeit. Die UNO setzte in der Resolution 435 fest, dass Südafrika seine Truppen aus dem Land abziehen müsse und freie Wahlen unter UNO-Aufsicht stattfinden müssten. Südafrika, welches zuerst die UNO-Resolution akzeptierte, zog plötzlich seine Zustimmung wieder zurück. Die im Dezember 1978 stattfindenden Wahlen boykottierte die SWAPO. Als Sieger ging die Demokratische Turnhallen Allianz (DTA) unter Dirk Mudge hervor. Die UNO erkannte diese Wahl nicht an. Vielfach wurde von Fällen von Wahlbetrug, Einschüchterung und Bestechung berichtet.

1981 unternahm die UNO erneut den Versuch die Unabhängigkeit Namibias zu erreichen. An den Verhandlungen nahmen die SWAPO, Südafrika und eine Kontaktgruppe bestehend aus den USA, Kanada, England, Frankreich und Deutschland teil. Die Verhandlungen scheiterten, als Südafrika nicht einmal einer Absichtserklärung zustimmen wollten.

Südafrika und die USA nahmen das Agieren von kubanischen Truppen in Angola zum Anlass, die Unabhängigkeit Namibias von dem Rückzug der Kubaner aus Angola abhängig zu machen. Diese wollten damit die Expansion des Kommunismus im südlichen Afrika stoppen. Insbesondere Frankreich reagierte sehr verärgert über den Schachzug der Amerikaner und verließ die Kontaktgruppe.

Südafrika dringt auf angolanisches Gebiet vor

Ab 1981 rückte die südafrikanische Armee auf angolanisches Territorium vor, 1983 war Südafrika nach eigenen Angaben 200 km weit in das Gebiet Angolas vorgedrungen, der Süden Angolas wurde besetzt. Die "linkage"-Politik der USA verhinderte, dass die Truppen der Südafrikaner aufgehalten werden konnten. Dennoch fielen weiterhin PLAN-Kämpfer in den Norden Namibias ein.

1984 wurde in Angola ein Waffenstillstand geschlossen. Angola verpflichtete sich, keine SWAPO- oder kubanische Truppen nach Namibia eindringen zu lassen. Daraufhin zog sich Südafrika bis April 1985 vollständig aus Angola zurück.

Die 1978 gewählte Nationalversammlung wurde 1983 aufgelöst, nachdem der Vorsitzende Dirk Mudge zurückgetreten war. Namibia wurde von nun an wieder vom südafrikanischen Generaladministrator regiert. 1985 installierte Südafrika eine neue Regierung, die aber von der Kontaktgruppe und der UNO abgelehnt wurde.

Namibia wird unabhänig