Namibia unter der Herrschaft von Südafrika

Völkerbund erklärt Namibia zum Mandatsgebiet der Südafrikanischen Union

1920 erklärte der Völkerbund Namibia zum Mandatsgebiet der Südafrikanischen Union. Dieses Mandat war an mehrere Auflagen gekoppelt. Südafrika war es nicht erlaubt Militärbasen im Land zu errichten und Eingeborene zum Militärdienst einzuziehen. Außerdem musste Südafrika die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes fördern.

Südafrika knüpfte allerdings nahtlos an die Politik der Deutschen an und betrachtete Südwestafrika als Kolonie. Die Schwarze Bevölkerung wurde weiter in Reservate zurückgedrängt. Dort wurde für die Entwicklung so gut wie nichts getan. Für Schwarze wurde der Viehbesitz beschränkt, der Zugang zu Weiden erschwert. Weiße Siedler aus der Kapregion wurden mit wirtschaftlichen Anreizen ins Land gelockt und nahmen große Gebiete in Beschlag.

Vorallem im Süden Namibias formierte sich erster Widerstand. 1922 schlugen die Südafrikaner einen Aufstand der Bondelwarts, die in einem ausgetrockneten Reservat "angesiedelt" worden waren und kurz vor dem Verhungern standen, nieder. Über 100 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, kamen ums Leben.

Die Rehobother Baster forderten 1924 ihre weitgehende Autonomie zurück, die sie unter den Deutschen besaßen. 600 Menschen wurden verhaftet, die autonome Regierung von Rehoboth wurde abgesetzt.

Die Zahl der Weißen Bevölkerung hatte sich bis 1926 in etwa verdoppelt.

1933 lebten ca. 10.000 Deutsche in Namibia. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs werden 12% der Deutschen in Südafrika interniert. Südafrika stand auch in diesem Krieg an der Seite Englands.

Südafrika möchte sich Namibia als fünfte Provinz einverleiben

1946 forderte der südafrikanische Premierminister Jan Smuts Namibia als fünfte Provinz Südafrikas einzuverleiben. Die UNO lehnte diese Forderung ab und wies darauf hin, dass Südafrika Namibia nur treuhänderisch zu verwalten hätte. Daraufhin erkannte Südafrika die UNO nicht als rechtmäßigen Nachfolger des Völkerbundes an, der 1920 Südafrika das Mandat übertragen hatte, Namibia zu verwalten. Selbst ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs von 1950 änderte nichts an der Einstellung Südafrikas.

1951 verschärfte Südafrika seine Politik der Rassendiskriminierung, als es die für Südafrika geltenden Apartheid-Gesetze auf Namibia ausweitete.

Der Widerstand gegen Südafrika