Der Erste Weltkrieg in Namibia

Die Generalmobilmachung der Deutschen Schutztruppe

Am 1. August 1914 begann der Erste Weltkrieg. Deutschland befand sich nach wenigen Tagen mit Russland, Frankreich, Belgien und England im Krieg. Am 7. August begann in Südwestafrika die Generalmobilmachung der Schutztruppe. Die Schutztruppe, die 1907 zeitweise noch 15.000 Mann stark gewesen ist, war bis 1914 auf 2.000 Aktive und 3.000 Reservisten reduziert worden und war darüberhinaus unzureichend vorbereitet.

Der Ministerpräsident der Südafrikanischen Union, General Botha, verkündete vor Kriegsbeginn in seinem Parlament, dass er im Falle eines Krieges an Englands Seite stehen würde. Botha konnte mit 60.000 Mann gegen die Deutschen anrücken, die er sogar um die gleiche Anzahl hätte erhöhen können.

Der Kriegseintritt von Südafrika und Angola

Am 9. September erklärte die Südafrikanische Union Deutschland den Krieg. Bis Oktober hatten sich Unionstruppen nicht nur im Süden des Landes festgesetzt, sondern auch an der Lüderitzbucht und im Nordosten im Caprivizipfel. Die Hoffnung der Deutschen, dass es in Südafrika zum Burenaufstand kommen würde und die Union dadurch im eigenen Land gebunden würde, erfüllte sich nicht.

Das portugiesische Angola, das zu dieser Zeit offiziell neutral war, schlug sich auf Druck der Briten ebenfalls auf die Seite der Union.

Am 20. März 1915 räumt die Schutztruppe den Süden des Landes, am 7. April die Landesmitte und Windhoek. Am 9. Juli unterzeichnen die Deutschen unter Oberstleutnant Franke einen Waffenstillstandsvertrag. Fünf Wochen später ist das ganze Schutzgebiet von den Unionstruppen besetzt.

Durch den Friedensvertrag von Versailles 1919 verliert Deuschland alle Ansprüche auf seinen Kolonialbesitz. Südwestafrika wird Mandatsgebiet des Völkerbundes. 6.700 Deutsche können trotz zahlreicher Ausweisungen im Land bleiben.

Namibia unter der Herrschaft Südafrikas