Aufstand der Herero und Nama

Der Herero-Aufstand und der Vernichtungskampf von Trothas

Im Januar 1904 begann unter Samuel Maherero in Okahandja der offenbar lange geplante Herero-Aufstand, der schnell auf das gesamte Herero-Gebiet und das Damaraland übergriff. 123 Weiße ließen ihr Leben, Bahn- und Telefonverbindungen wurden unterbrochen, Farmen und öffentliche Gebäude gingen in Flammen auf. Erst durch das Eingreifen der deutschen Schutztruppe wendete sich das Blatt. Trotz einer Verstärkung auf 15.000 Mann musste man feststellen, dass die Aufständischen gut bewaffnet und kriegskundig waren. Generalleutnant von Trotha, auf den das Oberkommando über die deutschen Truppen von Major Leutwein übergegangen war, teilte Leutweins Meinung nicht, dass die Herero schon genug bestraft wären, und es darauf ankäme, dem Schutzgebiet die überaus wichtige Arbeitskraft dieses Volkes zu erhalten. Von Trotha wollte das Volk der Herero vernichten. In der Schlacht vom Waterberg im August 1904 ließ von Trotha Tausende von Herero einkesseln, er ließ nur den Weg in die wasserlose Trockensavanne Omaheke offen und trieb das Volk der Herero in die Wüste. Drei Viertel aller Hereros verloren in diesem Vernichtungskampf ihr Leben.

Aufstand der Nama unter Hendrik Witbooi

Zur gleichen Zeit erhoben sich die Nama gegen die Deutschen. Unter Hendrik Witbooi und Jacob Morenga wurde ein erbitterter Guerillakrieg geführt. Witbooi starb, als er im Oktober 1905 einen Verpflegungstransport angriff. Der Widerstand der Witboois war gebrochen. Dennoch kämpften seine Anhänger weiter, neue Führer traten an die Spitze, so zuletzt Jacob Morenga. Morenga wurde von der Kappolizei 1907 getötet, als er versuchte vom Kapland aus Operationen gegen die Deutschen zu starten. Die Briten hatten offenbar die Befürchtung, dass Morenga auch im Kapland Unruhe stiften könnte.

Nach 1907 waren die Stämme der Nama und Herero so gut wie vernichtet. Von den Herero starben bis 1907 20.000 bis 30.000 Menschen, in den Kriegen mit den Stämmen ließen etwa 2.500 Deutsche ihr Leben. Allen Schwarzen wurde das Recht auf Land- und Viehbesitz genommen, die Stammesgebiete und eventueller Besitz wurden eingezogen. Viele Stammesmitglieder starben in Konzentrationslagern, Überlebende wurden in Reservaten "angesiedelt". Abgelegene Stämme wie die Ovambo, Damara, Himba und Rehobother Baster blieben von dieser Entwicklung weitgehend verschont.

Für die Deutschen brach bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs eine ruhige Zeit an.

Diamantenfund in der Nähe von Lüderitz

1908 entdeckte der Arbeiter Zacharias Lawela bei Grasplatz in der Nähe von Lüderitz, als er Sand von den Bahngleisen schaufelte, einen Diamanten. Sein Chef, der Bahnmeister August Stauch, erwarb eine Schürfkonzession. Entlang der Eisenbahnlinie entstand die Diamantensucherstadt Kolmanskop. Im September 1908 wurde die ganze Region an der südlichen Küste in ein Sperrgebiet umgewandelt. Die "Deutsche Diamanten-Gesellschaft" erhielt die Schürfrechte.

Der Erste Weltkrieg